Die Kinder haben alle ihren Rucksack. Da liegen oft schwere Steine drin. Das Schöne an meiner besonderen Form der pädagogischen Arbeit ist, dass ich das Kind intensiv betreuen kann.

Einem Kind wieder Vertrauen und Orientierung geben

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum eine Familie in eine Krise gerät. Wenn eine Trennung der Kinder von ihren Eltern notwendig wird, dann ist es unsere Aufgabe, mit der gesamten Familie an neuen Lösungen im Umgang miteinander zu arbeiten und Lebensbedingungen aufzubauen, in denen sich die Kinder und Jugendlichen sicher und geborgen fühlen.

Bettina, 10 Jahre kam im Alter von 3 Monaten zu einer KOMPASS-Familie. Heute lebt sie wieder bei ihrer Mutter. Zu ihren KOMPASS-Eltern, bei denen sie ihre frühe Kindheit verbrachte, hat sie immer noch einen guten Kontakt.
Yussuf, 12 Jahre stammt aus Afghanistan und kam nach der Trennung seiner Eltern zu einer KOMPASS-Familie. Aufgrund einer Lernbehinderung benötigt er eine intensive Förderung. Er wird langfristig in einer KOMPASS-Familie leben.
Michelle, 10 Jahrewird aufgrund einer leichten geistigen Behinderung seit zwei Jahren in einer KOMPASS-Familie betreut. Dort lebt sie zusammen mit Lotte, einem 8-jährigen Mädchen, das seit dem dritten Lebensjahr bei der Fachpflegefamilie zu Hause ist.
Gerda, 5 Jahre und Klara, 6 Jahre sind Schwestern und leben seit 3 Jahren gemeinsam bei einer KOMPASS-Familie. Ihre Eltern waren mit der Fürsorge und Erziehung der Mädchen überfordert. Geplant ist, dass sie bis zur Verselbständigung in einer KOMPASS-Familie bleiben werden.
Robert, 6 Jahremit einer ausgeprägten ADHS-Problematik wird voraussichtlich für zwei Jahre in einer unserer KOMPASS-Familien betreut. In diesem Zeitraum soll die Möglichkeit der Rückkehr in seine Herkunftsfamilie geprüft werden.
Jenny, 17 Jahre ist eines von denjenigen Kindern, die aufgrund von Krisen in der Familie nicht mehr dort wohnen können. Mit elf Jahren kam sie zu einer KOMPASS-Familie. Dort fühlt sie sich heute zu Hause.

Was genau brauchen diese Kinder?
So unterschiedlich die Geschichte jedes dieser Kinder ist, so brauchen sie doch alle Zuversicht, Stabilität und Orientierung. Die KOMPASS-Erziehungsstelle bietet ein überschaubares Lebensumfeld, das den Kindern ermöglicht, sich positiv zu entwickeln. Die persönliche Zuwendung im Rahmen einer tragfähigen, vertrauensvollen Beziehung, soziales Lernen in klaren Beziehungsstrukturen, viel Geduld und grundsätzliche Wertschätzung der Kinder, auch an deren „schlechten Tagen“, stellen entscheidende Weichen, damit die Kinder und Jugendlichen später einmal aus eigener Kraft ihren Alltag bewältigen können.

Neue Perspektiven im KOMPASS-Familien-Setting
Die Erziehungsstelle im KOMPASS-Familien-Setting ermöglicht eine intensivere Begleitung als es in sonstigen pädagogischen Berufen möglich ist. Insofern unterscheidet sich die Entwicklungsdynamik bei einer KOMPASS-Erziehungsstelle deutlich von sonstigen pädagogischen Gruppensituationen oder einzelnen Förderstunden. Unsere Mitarbeiter*innen haben hier die Möglichkeit neben ihrer pädagogischen Fachkompetenz, ihre ganze Persönlichkeit zum Wohle des Kindes einzubringen. Dies erleben viele bei uns als große Bereicherung und berufliche Erfüllung.